Tankoa Yachts stärkt Standort Civitavecchia
Der italienische Superyachtbauer Tankoa Yachts baut seine hauseigenen Produktionsprozesse in Civitavecchia und Genua weiter aus. Die beiden Standorte fungieren nun als ein einziges Industriezentrum, das sich dem Bau großer Superyachten widmet.
Die Strategie zielt darauf ab, dem Yachtbauer die volle operative Kontrolle über seine Produktionspipeline zu geben und gleichzeitig die Kapazitäten auszubauen, um die globale Nachfrage zu decken.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Standorts Civitavecchia ist Teil der langfristigen Strategie von Tankoa, die Produktionskapazität insgesamt zu erhöhen und ein flexibles und integriertes Industriemodell zwischen den beiden Werften weiter zu festigen. Seit 2020 – als das Unternehmen ausschließlich von seinem historischen Standort in Genua aus mit rund 30 Mitarbeitern und der Produktion einer einzigen großen Yacht pro Jahr operierte – hat sich Tankoa Yachts zu einem Betrieb mit zwei Standorten, über 120 direkten Mitarbeitern und rund 600 indirekten Mitarbeitern, einer erweiterten Produktpalette von 45 bis 80 Metern Länge und einer jährlichen Lieferkapazität von drei bis vier Yachten entwickelt.

Optimierung der Build-Pipeline
Das 34,000 Quadratmeter große Gelände in Civitavecchia, das sich im Handelshafengebiet befindet, ist optimal für die Kernphasen des Schiffsrumpfbaus ausgelegt. Dazu gehören schwere Stahlbauarbeiten, die Installation der ersten Systeme und die frühe Ausrüstung.
Sobald die Bauphase in Civitavecchia abgeschlossen ist, werden die Rümpfe auf dem Landweg transportiert und auf einen schwimmenden Lastkahn verladen, bevor sie nach Genua geschleppt werden, wo die Endausrüstung, die Inbetriebnahme, die Seeerprobung und die Auslieferung erfolgen.
Nach einem erfolgreichen Machbarkeitsnachweis im Juli 2025 arbeitet die Logistikpipeline mit voller Kapazität. Für 2026 sind vier größere Transfers geplant:
- 2026. März: Die ersten beiden Rümpfe – mit einer Länge von 50 m bzw. 55 m – verließen Civitavecchia erfolgreich gemeinsam auf einem einzigen Lastkahn.
- Frühsommer 2026: Zwei weitere Schiffsumladungen sind für den Transit vorgesehen.
- H2 2026: Die nachfolgenden Lieferungen werden auf den Produktionszeitplan der Werft abgestimmt.
Aktueller Auftragsbestand und Meilensteine
Auf der Civitavecchia-Werft befinden sich derzeit sieben Rümpfe im Bau, die das Segment von 50 m bis 72 m abdecken und sowohl vollständig als auch teilweise kundenspezifische Plattformen umfassen.
Zu den wichtigsten Meilensteinen, die in den kommenden Monaten geplant sind, gehören die Kiellegung einer 61 Meter langen Yacht, der Stahlschnitt des 72 Meter langen Projekts und der Einbau des Motors in eine 50 Meter lange Einheit.
Tankoa bestätigte Pläne zur schrittweisen Erweiterung des Einsatzspektrums von Civitavecchia. In zukünftigen Phasen werden dort anspruchsvollere Produktionsaufgaben übernommen, darunter zusätzliche Ausrüstungsarbeiten, Stapelläufe und die Unterstützung von Seeerprobungen.
Erweiterung der Belegschaft und vertikale Integration
Tankoa Yachts stärkt seine Präsenz in der Region durch den Aufbau eines Netzwerks aus Fachkräften, Zulieferern und Experten der Schifffahrtsbranche. Derzeit sind am Standort rund 300 Mitarbeiter in der direkten Belegschaft und in der Lieferkette beschäftigt. Das kontinuierliche Wachstum wird durch Partnerschaften mit lokalen technischen Instituten und Ausbildungseinrichtungen unterstützt. Gleichzeitig verlagert das Unternehmen seine Aktivitäten zunehmend ins eigene Haus und reduziert so die Abhängigkeit von Subunternehmern. Dies dient einer besseren operativen Kontrolle, erhöhter Sicherheit und gleichbleibend hohen Qualitätsstandards.
Sowohl in Genua als auch in Civitavecchia pflegt Tankoa eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen und verfolgt dabei ein doppeltes Ziel: die Stärkung der regionalen Lieferkette und den Aufbau eines effizienten Produktionszentrums, das Wertschöpfung für die Region und die gesamte italienische Yachtindustrie generiert. Gleichzeitig investiert Tankoa in Bildungs- und Ausbildungsinitiativen in Zusammenarbeit mit Berufsschulen, Universitäten und regionalen Behörden. Ziel ist es, Chancen für jüngere Generationen zu schaffen und dem Fachkräftemangel in der Branche entgegenzuwirken.




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