Ein schnittiges Segelboot rast über das Wasser und demonstriert die Kraft von West System Epoxidharz für den maritimen Bedarf.

„Niemand wartet auf dich“: Der Wettlauf des Schweizer Seglers Oliver Heer um Sponsoren

Oliver Heer, in Orange gekleidet, an Bord seines Bootes

Ein Jahr nachdem er als erster schweizerisch-deutscher Skipper überhaupt die Ziellinie der Vendée Globe überquert hatte, die härteste Solo-Regatta der Welt, bereitet sich Oliver Heer auf eine neue Herausforderung vor – eine, die nicht auf See, sondern am Telefon beginnt.

Nachdem er 99 Tage lang allein die Welt umrundet hat, beschäftigt sich Heer nun mit Sponsoring, Logistik und Technologie, während er eine ehrgeizigere Kampagne für The Ocean Race 2027 und die Vendée Globe 2028 aufbaut.

„Nach der Vendée Globe dachte ich, es würde leichter werden“, sagt er. „Aber in Wirklichkeit wartet niemand auf dich. Du musst dich wieder ganz von vorne beweisen – diesmal abseits des Wassers.“

Am 10. November 2024 schloss sich Heer, die zwischen Rapperswil in der Schweiz und Hamble in Großbritannien pendelt, 39 der weltbesten Segler bei deren Abreise an. Für Heer ist dieser Moment von tiefster persönlicher Bedeutung.

„Dieser Morgen war sehr emotional, es ist einer der denkwürdigsten Tage meines ganzen Lebens“, sagt er.

„Das Erreichen der Startlinie bedeutete den Höhepunkt jahrelanger harter Arbeit und die Belohnung für die Überwindung so vieler Herausforderungen und Hindernisse. Es war ein ganz besonderer Moment, den ich nie vergessen werde.“

Oliver Heers Boot mit schwarzen Segeln
Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Richard Mardens

Was folgte, war eine mitunter anstrengende 99-tägige Solo-Weltumsegelung ohne fremde Hilfe, die mit einem bescheidenen Budget und einem der ältesten Boote der Flotte durchgeführt wurde.

„Die Menschen sehen die Wellen, den Wind und das Abenteuer“, sagt Heer.

„Was sie aber nicht sehen, sind die jahrelange harte Arbeit und das Engagement, die nötig sind, um überhaupt an den Start zu kommen. Das ist eine viel größere Herausforderung als das eigentliche Rennen.“

Zwölf Monate später arbeitet Heer mit seinem Team an einer neuen Kampagne für das Ocean Race 2027 und die nächste Vendée Globe. Das Ziel des Teams ist eine größere, bessere, schnellere und leistungsstärkere Kampagne. Dafür soll ein modernes IMOCA-Boot mit Tragflügeln zum Einsatz kommen – ein deutlich schnelleres, komplexeres und konkurrenzfähigeres Boot, das die Führenden des Rennens herausfordern kann. Heer hat bereits ein geeignetes Schiff gefunden, einen neuen Kampagnenstützpunkt in Großbritannien auserkoren und ein Team aus Wirtschafts-, Segel- und Technikexperten zusammengestellt, um sein Ziel zu erreichen.

„Wir engagieren uns für einen Rennsport mit Sinn und Zweck, vertreten die Werte der Schweiz, unterstützen die Klimaforschung und weiten unsere Nachhaltigkeitsinitiativen auf neue Zielgruppen aus.“

Wie man eine Vendée Globe-Kampagne erstellt

Eine typische Kampagne besteht aus einer Auswahl sorgfältig ausgewählter Regatten über einen Zeitraum von drei Jahren und gipfelt im härtesten Hochseerennen der Welt: der Vendée Globe.

Die Qualifikationsregatten umfassen Solo-, Zweihand- und Teamregatten, darunter das Ocean Race, ein mehrteiliges Weltumseglungsrennen, das im Team gesegelt wird. Diese Kombination soll die Skipper herausfordern, den Erfahrungsaustausch unter den Seglern fördern und einer neuen Generation von Hochseeregattaseglern die Möglichkeit bieten, Erfahrungen im wettbewerbsorientierten IMOCA-Circuit zu sammeln.

Die Segler sammeln für jedes Rennen, an dem sie teilnehmen, Punkte, die bei der Erfüllung der anspruchsvollen Qualifikationskriterien für die Vendée Globe 2028 berücksichtigt werden.

Der neue Vierjahreszyklus, der den Countdown für Oliver Heers nächste Vendée-Globe-Kampagne einläutet, hat mit den ersten Segelregatten begonnen, die für Anfang 2026 geplant sind. Aber wie Heer zugibt, ist nicht alles ein Kinderspiel.

Das Mindestfinanzierungsziel wurde noch nicht erreicht, obwohl zwei neue Schweizer Sponsoren zu einer Gruppe langjähriger Partner hinzugekommen sind.

Um das Boot im Frühjahr 2026 offiziell in Dienst zu stellen, benötigt das Team noch weitere Sponsoren. Für diese nächste Kampagne setzt Heer daher auf ein neues, flexibleres Sponsoring-Modell. Anders als viele Hochseeregattaprojekte, die auf einen einzigen Titelsponsor setzen, bietet sein Ansatz verschiedene Partnerschaftsstufen. So soll die Zusammenarbeit für ein breiteres Spektrum an Schweizer und internationalen Unternehmen zugänglich gemacht werden, ohne dabei auf hohen kommerziellen Wert und Sichtbarkeit zu verzichten.

„Wir bauen ein professionelles, wirtschaftlich tragfähiges Projekt auf“, erklärt Heer. „Unser Ziel ist es, echten Mehrwert für unsere Partner zu schaffen und ihnen eine reale Rendite auf ihre Investition zu bieten.“

Trotz aller Herausforderungen ist Heers Entschlossenheit ungebrochen. Die neue Kampagne ist angelaufen, mit dem klaren Ziel, bei der Vendée Globe 2028 wettbewerbsfähiger aufzutreten und am Ocean Race 2027 teilzunehmen.

„Ich glaube an Fortschritt“, sagt er. „Zweimal dasselbe zu tun, selbst auf hohem Niveau, wäre Stagnation. Ich will weiter, schneller, größer und stärker werden – und die schweizerisch-deutsche Exzellenz auf der Weltbühne repräsentieren.“

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