Lusben setzt verstärkt auf Größe, Strategie und Nachhaltigkeit angesichts steigender Nachfrage nach Flugzeugumbauten.
Lusbens Viareggio-Standort
Da der Markt für die Refit von Superyachten immer wettbewerbsintensiver und komplexer wird, schärft Lusben seinen strategischen Fokus, anstatt ihn zu erweitern.
„Was uns motiviert, ist der zunehmende Wettbewerb, der maßgeblich durch die steigende Nachfrage im Refit-Sektor bedingt ist“, sagt Ferdinando Pilli, Geschäftsführer von Lusben. Dieser Wettbewerb sei keine Bedrohung, sondern ein Ansporn für die italienische Werft, ihre operative Exzellenz und die Fokussierung auf einen klar definierten Zielmarkt weiter zu steigern.
Das Unternehmen hat seine Rückkehr zur Palma International Boat Show bestätigt, ein Schritt, der sowohl Kontinuität als auch Zielstrebigkeit widerspiegelt.
„Die Teilnahme an der Palma de Mallorca ermöglicht es uns, unsere Präsenz im Mittelmeerraum zu stärken und unsere Positionierung als führende Refit-Werft zu bekräftigen“, erklärt Pilli. Neben der reinen Sichtbarkeit verfolgt die Messe einen strategischeren Zweck: „Wir möchten bestehende Kunden treffen, neue Partnerschaften – insbesondere mit Kapitänen, Maklern und Eignervertretern – knüpfen und Einblicke in die sich wandelnden Bedürfnisse von Superyacht- und Segelyachtbesitzern gewinnen.“
Die steigende Nachfrage setzt die Refit-Werften unter Druck, sich zu spezialisieren.
Dieser letzte Punkt ist angesichts der starken Segelyacht-Szene in Palma besonders bedeutsam. Lusben legt daher verstärkt Wert auf dieses Segment. Pilli betont, wie wichtig es sei, „unsere Attraktivität für Segelyachten zu steigern, insbesondere innerhalb der Segelyacht-Community, die auf dieser Messe stark vertreten ist.“ Ziel ist nicht nur die Menge, sondern die Relevanz. Dies soll sicherstellen, dass die Werft den Erwartungen einer hochspezialisierten und einflussreichen Kundschaft weiterhin gerecht wird.
Während geopolitische Instabilität das gesamte Geschäftsumfeld weiterhin prägt, widersteht Lusben reaktiven Strategieänderungen. „Wir bewegen uns in einem zunehmend komplexen globalen Umfeld, in dem lokale Entwicklungen oft globale Auswirkungen haben“, sagt Pilli. „Obwohl unsere Strategie nicht direkt von den jüngsten geopolitischen Ereignissen beeinflusst wird, behalten wir deren potenzielle Auswirkungen auf die Branche im Auge.“

Palma bleibt ein Schlüsselfaktor für Segelyachten und die Kundenbindungsstrategie.
Das Unternehmen hält an seiner Kernpositionierung fest: „Wir differenzieren uns durch operative Exzellenz und indem wir ein spezifisches Segment anvisieren – Megayachten über 40 Meter und Gigayachten.“
Das Vertrauen in diesen Ansatz scheint begründet. „Unser Optimismus gründet sich auf unsere solide Marktposition und unsere umfassende Erfahrung in diesem dynamischen Umfeld“, ergänzt Pilli. Die Marktentwicklung bestärkt diesen Optimismus. „Insgesamt bin ich mindestens genauso optimistisch wie vor einem Jahr. 2026 bestätigt die positive Entwicklung, die wir bereits 2025 beobachten konnten: Unser Auftragsbestand ist weiterhin gut gefüllt, und die Nachfrage nach Refit-Maßnahmen, insbesondere bei größeren Yachten, bleibt anhaltend.“
Diese anhaltende Nachfrage beschränkt sich nicht nur auf routinemäßige Wartungszyklen. Laut Pilli verändert sich die Art der Refit-Projekte so, dass dies ein Zeichen für langfristiges Vertrauen der Eigner ist. „Eigner investieren zunehmend in umfangreichere und zukunftsorientierte Projekte, von technologischen Modernisierungen und Energieeffizienzverbesserungen bis hin zu umfassenden Interieur-Renovierungen und strukturellen Sanierungen“, sagt er. „Dies sind strategische Entscheidungen, die darauf abzielen, den langfristigen Wert ihrer Yachten zu erhalten und zu steigern, was ein sehr ermutigendes Zeichen für die Branche ist.“
Nachhaltigkeit und KI rücken in den Mittelpunkt der Gespräche über Schiffsmodernisierungen.
Er erwartet, dass zwei Themen die Branchendiskussion in Palma prägen werden: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. „Auf der diesjährigen Messe wird sich das Gespräch voraussichtlich um Nachhaltigkeit drehen – insbesondere um die Verwendung alternativer Materialien und energieeffizienterer Lösungen“, so Pilli. Parallel dazu verändert die wachsende Bedeutung künstlicher Intelligenz (KI) das operative Denken. „Von vorausschauender Wartung über Projektplanung bis hin zur Ressourcenoptimierung eröffnet KI spannende Möglichkeiten.“
Für Lusben ist 2026 ebenfalls ein Meilensteinjahr. „Diese positive Prognose ist für uns besonders bedeutsam, da Lusben in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen feiert. Dies markiert eine langjährige Präsenz im Refit-Sektor und eine kontinuierliche Weiterentwicklung parallel zum Markt“, so Pilli. Es ist ein Moment, der sowohl Tradition als auch Zukunft unterstreicht – ein etabliertes Unternehmen, das sich an einen Markt anpasst, der sich hinsichtlich Umfang, Komplexität und Erwartungen stetig weiterentwickelt.
Mit Einrichtungen in Viareggio, Livorno und Varazze – und ein neues Verkaufsbüro, das im vergangenen Juni in Antibes eröffnet wurde Lusbens Strategie, die auf der Verbindung von technischer Präzision und italienischer Handwerkskunst beruht, scheint klar: Fokussiert bleiben, spezialisiert bleiben und die Marktdynamik als Basis für weitere Differenzierung nutzen. In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Refit-Markt könnte sich diese Klarheit als größter Wettbewerbsvorteil erweisen.



