KKCG wird auf der Hauptversammlung der Ferretti Group neue Vorstandsmitglieder vorschlagen.
Albert Galassi
KKCG Maritime hat gültige Annahmeerklärungen für 29,611,598 Aktien im Rahmen ihres Teilübernahmeangebots für Ferretti SpA erhalten. Dies entspricht etwa 8.75 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals des Unternehmens und 56.8 Prozent der im Rahmen des Angebots angestrebten Aktien.
KKCG Maritime ist der zweitgrößte Aktionär des italienischen Bootsbauers Ferretti. In einer kürzlich bei der Hongkonger Börse, an der Ferretti notiert ist, eingereichten Mitteilung erklärte KKCG, dass sie beabsichtigt, auf der Hauptversammlung des Yachtbauers am 15. Mai 2026 neue Kandidaten für den Aufsichtsrat vorzuschlagen.
Das freiwillige bedingte Übernahmeangebot zum Preis von 3.90 € je Aktie sieht vor, dass der tschechische Investor alle angedienten Aktien für eine Gesamtsumme von rund 115 Millionen € erwirbt. Das Angebot stieß auf gemischte Reaktionen.
Da die Annahmen das Angebotslimit nicht überschritten haben, ist keine anteilige Zuteilung erforderlich. Die Transaktion soll am 20. April 2026 abgeschlossen werden; die Zahlung erfolgt an diesem Tag, die Aktienübertragung ebenfalls. Eine weitere Mitteilung mit den endgültigen Details wird vor dem Abschluss erwartet.
Nach Abschluss der Transaktion wird KKCG Maritime ihren Anteil von rund 14.5 Prozent auf etwa 23.25 Prozent erhöhen. Das Angebot, das bis zu 15.4 Prozent des Kapitals von Ferretti umfasste, ist nun nach Erfüllung aller Bedingungen bedingungslos.
Die Beteiligung steigerte sich gegen Ende der Annahmefrist am 13. April deutlich, wobei am letzten Tag über 13.5 Millionen Aktien angedient wurden. Käufe, die am 9. und 10. April getätigt wurden, waren nicht im Angebot enthalten; die Borsa Italiana wies auf einen technischen Faktor hin, der das Endergebnis beeinflusste.
Anhaltende Spannungen in der Ferretti-Gruppe
Das Übernahmeangebot kam inmitten von Meinungsverschiedenheiten zwischen KKCG und dem Vorstand des Unternehmens zustande.
KKCG soll Berichten zufolge Vorbereitungen zur Vorlage eines Aktionärsantrags zur Abberufung von Direktoren mit Verbindungen zur Weichai-Gruppe.
KKCG argumentiert, ihr jüngster Vorschlag von 3.90 € je Aktie sei fair gewesen und habe Minderheitsaktionären eine attraktive Ausstiegsmöglichkeit geboten. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf interne Uneinigkeiten im Aufsichtsrat. Laut KKCG sei der Widerstand im Aufsichtsrat maßgeblich von Mitgliedern der Ferretti International Holding geprägt gewesen, über die die chinesische Weichai-Gruppe rund 38 Prozent der Ferretti-Anteile hält.
Eine Mehrheit des Vorstands, unterstützt vom Berater Altus, bezeichnete die überarbeiteten Bedingungen als „weder fair noch angemessen“ für unabhängige Aktionäre und nannte als Gründe Bedenken hinsichtlich der Bewertung, des Fehlens einer vollständigen Ausstiegsoption und möglicher Unsicherheiten in der Unternehmensführung.
Der Ehrenvorsitzende Piero Ferrari und der unabhängige Direktor Stefano Domenicali unterstützten das Angebot. Vorstandsvorsitzender Alberto Galassi enthielt sich der Stimme. Ferrari erklärte, er beabsichtige, seine gesamten 4.63 Prozent der Anteile zu verkaufen, wolle aber im Aufsichtsrat bleiben.
KKCG hat bekräftigt, dass sein Angebot endgültig ist, und darauf hingewiesen, dass die Übernahmeregeln in Hongkong eine Preiserhöhung oder Fristverlängerung ausschließen.
Die Frist für die Annahme des Angebots von KKCG Maritime endet am 16. April 2026. Vorschläge für neue Vorstandsmitglieder müssen am darauffolgenden Tag, vor der Jahreshauptversammlung am 15. Mai, eingereicht werden.
Die Nachricht über den Vorschlag von KKCG folgt auf ein Die Mailänder Staatsanwaltschaft beantragte im vergangenen Monat die Einstellung eines Strafverfahrens wegen angeblicher Industriespionage bei der Ferretti-Gruppe., unter Berufung auf unzureichende Beweise.
Der Fall geht auf einen Vorfall aus dem Jahr 2024 zurück, bei dem in den Mailänder Büros von Ferretti versteckte Abhörgeräte entdeckt wurden. Bloomberg berichtete zuvor dass die Wanzen in Büros entdeckt wurden, die von chinesischen Führungskräften während dieses Zeitraums genutzt wurden.



