ICOMIA-Podcast: Su Lin Cheah über die Erschließung des Bootspotenzials im asiatisch-pazifischen Raum
Im neuesten ICOMIA-Podcast spricht Su Lin Cheah, Leiterin der Asien-Pazifik-Region, über den zunehmenden Fokus des Verbands auf die Region und die notwendigen Schritte, um ihr Potenzial im Bereich Freizeitboote auszuschöpfen.
Mit neun ICOMIA-Mitgliedern in Asien fließen die Aktivitäten nun in beide Richtungen: Asiatische Akteure drängen auf globale Märkte, während internationale Marken versuchen, in Asien Fuß zu fassen. Cheah betont, dass der Erfolg von politischen Reformen, praktischem Zugang zu Wasser, einem kulturellen Wandel in der Beteiligung und einer Finanzierung abhängt, die die Wirtschaftlichkeit des Bootssports versteht.
Sie sagt, dass der asiatisch-pazifische Raum über erstklassige natürliche Ressourcen und eine steigende Nachfrage verfüge, Fortschritte jedoch von den Rahmenbedingungen und den Fähigkeiten vor Ort abhingen. Die Rolle von ICOMIA bestehe darin, globale Erkenntnisse zu teilen und die Entwicklung von Politik und Industrie zu lenken – nicht zu diktieren.
Cheah hebt vier wesentliche Säulen der Marktentwicklung hervor. Erstens müssen staatliche und regulatorische Rahmenbedingungen auf die Freizeit- und nicht nur auf die kommerziellen maritimen Prioritäten ausgerichtet sein. Zweitens muss der Zugang zum Wasser praktisch und skalierbar sein und von Slipanlagen und sicheren Anlegestellen bis hin zu einem umfassenden Marina-Netzwerk und Werftdienstleistungen reichen. Drittens ist der Aufbau einer Bootskultur von entscheidender Bedeutung – mit Beteiligungsmöglichkeiten wie Chartern, Bootsclubs und Abonnements, die die Wahrnehmung über das Stereotyp der „Luxusyacht“ hinaus erweitern. Viertens sind geeignete Finanzstrukturen erforderlich, darunter Privatkredite, Großhandels- und Händlerfinanzierungen sowie eine bessere Versicherungskompetenz für mittelgroße Boote.
Investoren benötigen glaubwürdige Marktdaten und ein klares Risikoverständnis. Die Asien-Arbeitsgruppe von ICOMIA initiiert regionale Geschäfts- und Marktberichte, um fundierte Investitionsentscheidungen zu unterstützen. Ein Beispiel hierfür ist die Hong Kong Boating Industry Association, wo strukturierte Interessenvertretung für Liegeplätze und sichere Häfen zu einem sinnvollen Engagement der Regierung führte – ein Ansatz, der heute als Vorbild für andere Märkte gilt.
Cheah betont zudem die entscheidende Rolle von Händlernetzwerken, da diese das Gesicht der Marke sind. Langfristiges, nachhaltiges Wachstum erfordert den Aufbau lokaler Händlerkapazitäten, die After-Sales-Support, praktische Schulungen und ein einheitliches Kundenerlebnis bieten – und nicht nur gelegentliche „Helikopter-Verkaufsreisen“ von Auslandsteams.
Sie warnt davor, Asien als einen einzigen Markt zu betrachten. Stattdessen müssten sich Marken lokal engagieren und ihre Einstiegspunkte sorgfältig auswählen. Japan und Korea beispielsweise setzen auf gemeinschaftliche Aktivitäten und Aktivitäten auf dem Wasser, während China stark auf B2B und Technologie ausgerichtet ist. Taiwan sticht als bedeutender Hersteller großer Yachten mit globaler Reichweite hervor.
ICOMIA spielt in dieser vielfältigen Region eine wichtige Rolle. Die Asien-Arbeitsgruppe trifft sich regelmäßig, um Best Practices auszutauschen, regionale Prioritäten abzustimmen und die Interessenvertretung marktübergreifend zu koordinieren.
Cheah bietet Marken, die in den asiatisch-pazifischen Raum vordringen möchten, praktische Ratschläge: Seien Sie in der Region präsent, besuchen Sie mehrere Märkte, identifizieren Sie den richtigen Brückenkopf wie Hongkong oder Singapur, investieren Sie in die Entwicklung starker Händlernetzwerke und planen Sie einen langfristigen Wachstumszyklus.



