EBI veröffentlicht Fahrplan für alternative Kraftstoffinfrastruktur in Yachthäfen.

Jachthafen mit Booten auf Ponton-Vogelperspektive

Die europäische Bootsindustrie (EBI) hat einen Fahrplan mit dem Titel veröffentlicht Energiewende für die Freizeitschifffahrt in Europa: Ein Fahrplan für alternative Kraftstoffinfrastruktur, die Branchen- und Politikempfehlungen zur Dekarbonisierung des Freizeitbootsports und zur Entwicklung der Hafeninfrastruktur in ganz Europa darlegt.

Das Dokument unterstreicht die Notwendigkeit eines technologieneutralen und mehrgleisigen Ansatzes für die Energiewende und trägt der Vielfalt der europäischen Freizeitbootflotte von mehr als 6.5 Millionen Schiffen sowie den betrieblichen Gegebenheiten von Yachthäfen in Küsten- und Binnengewässern Rechnung.

Laut EBI ist die Freizeitschifffahrt für etwa 0.4 Prozent der Treibhausgasemissionen des EU-Verkehrssektors verantwortlich. Der Fahrplan untersucht, wie sich der Sektor auf den Übergang zu alternativen Antriebstechnologien vorbereitet und gleichzeitig zu den übergeordneten europäischen Klimazielen beiträgt.

Marinas werden als Schlüsselkomponente dieses Übergangs identifiziert. Der Fahrplan fordert die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Hafenbetreibern, EU-Institutionen, nationalen Regierungen und regionalen Akteuren, um sicherzustellen, dass die Infrastrukturentwicklung mit den Veränderungen in der Antriebstechnologie Schritt hält.

Philip Easthill, Generalsekretär der Europäischen Bootsindustrie, erklärt: „Der Freizeitbootsektor engagiert sich für die Energiewende in Europa. Unser Fahrplan zeigt, dass Lösungen entwickelt werden und ein mehrgleisiger Ansatz der richtige Weg ist. Europas vielfältiges Ökosystem für den Wassersport erfordert einen pragmatischen und technologieoffenen Ansatz, der durch die richtige Infrastruktur, Investitionen und einen geeigneten Rechtsrahmen unterstützt wird.“

„Wir freuen uns darauf, den Fahrplan den EU-Institutionen vorzustellen und in den kommenden Jahren mit allen Akteuren zusammenzuarbeiten, um Fortschritte zur Förderung der Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Sektors zu erzielen.“

Der Fahrplan nennt nachhaltige Drop-in-Kraftstoffe, darunter hydriertes Pflanzenöl (HVO), als eine Option, die in den meisten bestehenden Dieselmotoren ohne größere Umbauten oder zusätzliche Infrastruktur verwendet werden kann.

Laut EBI kann HVO die CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus im Vergleich zu fossilem Diesel um bis zu 90 Prozent reduzieren und gleichzeitig die Emissionen von Feinstaub und Stickoxiden senken.

Elektrische und hybride Antriebssysteme werden ebenfalls hervorgehoben, insbesondere für kleinere Schiffe und Binnengewässer. Wasserstoff und Methanol werden als mögliche zukünftige Optionen für größere Boote untersucht.

Überlegungen zur Infrastruktur

Der Fahrplan verweist auf die Ziele des EU-Investitionsplans für nachhaltigen Verkehr (STIP) und das Industrielle maritime StrategieBeide Ansätze erkennen die Freizeitschifffahrt und die Infrastruktur von Yachthäfen als Teil des umfassenderen europäischen Verkehrs- und Schifffahrtspolitikrahmens an.

EBI fordert gezielte Unterstützungsmaßnahmen, Investitionsmechanismen und Innovationsfinanzierung, um Marinas und Freizeitbootunternehmen bei der Erreichung ihrer Dekarbonisierungsziele unter Beibehaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen.

Die Publikation beleuchtet auch die wirtschaftlichen Zwänge, mit denen die geschätzten 10,000 bis 20,000 Yachthäfen in Europa konfrontiert sind. Viele davon sind kleine und mittlere Unternehmen oder kommunale Einrichtungen mit begrenzten Kapazitäten für größere Infrastrukturprojekte.

Die europäische Bootsindustrie repräsentiert den Freizeitbootssektor in Europa und umfasst Bootsbauer, Ausrüstungshersteller, Marinas und Dienstleistungsanbieter. Die Branche besteht aus rund 32,000 Unternehmen, die meisten davon KMU, und beschäftigt direkt mehr als 280,000 Menschen.

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