Neue Studie zeigt: Bootsmarken haben mit mangelndem Social-Media-Engagement zu kämpfen.
Eine Studie, die die Aktivitäten in den sozialen Medien im Bootssektor untersuchte, zeigte ein relativ niedriges Maß an Publikumsinteraktion im Vergleich zu anderen Luxusbranchen.
Die Analyse, Social-Media-Einblicke – Bootsbranche 2026, wurde vom österreichischen Marktforschungsunternehmen Interconnection Consulting erstellt und analysiert die Social-Media-Performance einer Reihe von Boots- und Yachtmarken.
Interconnection Consulting veranstaltet am 26. März 2026 ein kostenloses Webinar. um einen umfassenden Überblick über den Bericht zu geben.
Zu den in der Studie genannten Unternehmen gehören Azimut, Bavaria, Beneteau, Brunswick, Ferretti Group, Hanse Yachts, Princess Yachts, Sanlorenzo, Sunseeker und Yamaha Bootswesen. Diese Unternehmen repräsentieren einen bedeutenden Teil des globalen Bootsmarktes.
„Wir haben einen eigenen Index entwickelt, in dem wir drei wichtigen Leistungskennzahlen für jede Plattform (Instagram und YouTube) eine Punktzahl zugewiesen haben“, erklärt Studienautor Rubén Rodríguez. MIN„Auf Basis dieses Rahmens vergleichen wir alle Marken anhand ihrer Engagement-Werte und der von ihnen generierten Interaktionen (Kommentare, Likes, Shares, Saves usw.), wodurch wir letztendlich eine vergleichende Leistungsrangliste erstellen konnten.“
Laut der Studie verzeichnen Marken für Boote und Yachten eine durchschnittliche Social-Media-Interaktionsrate von 1.3 Prozent. Die Interaktionsrate misst, wie häufig Nutzer mit einem Beitrag interagieren, beispielsweise durch Liken, Kommentieren oder Teilen, im Verhältnis zur Anzahl der Personen, die den Inhalt sehen.
Die Studie stellt fest, dass andere Luxusbranchen im Durchschnitt Interaktionsraten von rund 3 Prozent erreichen. Damit liegt die Interaktionsrate im Bootssektor bei weniger als der Hälfte derjenigen vergleichbarer Branchen.
Instagram ist nach wie vor die wichtigste Social-Media-Plattform für Bootsmarken, nahezu alle Unternehmen unterhalten aktive Accounts. Die in der Analyse berücksichtigten Marken verzeichnen durchschnittlich 174,500 Instagram-Follower. Zum Vergleich: Luxusmarken anderer Branchen erreichen im Schnitt rund 956,900 Follower.
Forscher führen einen Teil des Unterschieds auf die Ähnlichkeit der in der Branche veröffentlichten Inhalte zurück. Die Studie stellt fest, dass viele Marken auf „ähnliche, hochprofessionelle Bilder“ setzen, was es einzelnen Accounts erschwert, sich von der Konkurrenz abzuheben.
Die Nutzung anderer Plattformen ist weniger verbreitet. Rund 30 Prozent der analysierten Marken sind auf TikTok aktiv. YouTube wird häufiger für Produktpräsentationen und Videos von Bootstouren genutzt. Laut Bericht bietet die Plattform dennoch Potenzial zur Kundenbindung, mit Wiedergaberaten zwischen 60 und 75 Prozent für Inhalte rund ums Bootfahren.
Die Interaktionsrate ist ein weiterer wichtiger Faktor, der die Sichtbarkeit auf sozialen Plattformen beeinflusst. Algorithmen großer Plattformen priorisieren zunehmend Inhalte, die Nutzerdiskussionen auslösen. Die Studie zeigt, dass die analysierten Marken durchschnittlich 6.1 Kommentare pro Instagram-Post und 3.9 Kommentare pro YouTube-Post generieren.
Unterschiedliche Veröffentlichungsstile führen zu positiven Ergebnissen
Die Studie hebt außerdem mehrere Unternehmen hervor, die auf bestimmten Plattformen eine höhere Leistung erzielen.
Azimut beispielsweise verzeichnet auf Instagram Engagement-Raten, die über dem Branchendurchschnitt liegen. Der italienische Bootsbauer erreichte 2025 Engagement-Raten von über 4 Prozent – deutlich höher als die durchschnittliche Engagement-Rate der in der Studie analysierten Unternehmen, die bei 0.8 Prozent lag. Die Studie führt dies auf häufige Posts, ein breiteres Spektrum an Content-Formaten und den Einsatz bezahlter Kampagnen auf verschiedenen Plattformen zurück.
Laut der Analyse liegt das Instagram-Engagement in der gesamten Schifffahrtsbranche bei 1.3 Prozent.
Auf YouTube verzeichnet Sunseeker vergleichsweise hohe Aufrufzahlen, obwohl das Unternehmen im Vergleich zu einigen Konkurrenten eine geringere Abonnentenbasis hat. Die Videos des Unternehmens erreichen durchschnittlich rund 231,000 Aufrufe, während die anderen im Rahmen der Studie analysierten Unternehmen im Schnitt 20,200 YouTube-Aufrufe pro Video erzielen.
Laut dem Bericht stehen diese positiven Ergebnisse im Zusammenhang mit einer Mischung aus kürzeren und längeren Videoformaten.
„Die Bootsbranche hat Social Media eindeutig für sich entdeckt, doch viele Marken nutzen diese Plattformen immer noch eher als digitale Broschüren denn als Orte für echten Dialog“, sagt Rodríguez. „In einem Sektor, der von Sehnsucht und Lifestyle geprägt ist, werden online nur die Marken erfolgreich sein, die über perfekt inszenierte Bilder hinausgehen und einen authentischen Dialog mit ihrer Zielgruppe aufbauen.“
Auf den ersten Blick mögen einige der genannten Praktiken (häufige Posts, gemischte Formate, bezahlte Kampagnen) Standard sein, doch in der Praxis ist ihre Umsetzung branchenweit alles andere als einheitlich. Tatsächlich ist eine der zentralen Erkenntnisse unserer Analyse, dass vielen Luxusbootmarken immer noch eine klar differenzierte Social-Media-Strategie fehlt und sie oft sehr ähnliche Content-Muster verwenden – was zu weitgehend identischen Feeds führt.
„Azimut sticht in diesem Zusammenhang hervor, weil es eine klarere Differenzierung in seinem Content-Ansatz vornimmt und bezahlte Kampagnen effektiver und konsequenter einsetzt, was sich in überdurchschnittlichen Interaktionsraten niederschlägt.“
„Im Fall von Sunseeker liegt die Differenzierung darin, dass das Unternehmen trotz einer vergleichsweise kleineren Abonnentenbasis besonders hohe View-Through-Raten auf YouTube erzielt.“
Schifffahrtsunternehmen haben Schwierigkeiten, eine digitale Strategie zu definieren
Das Gesellschaftliche Medieneinblicke – Bootsbranche 2026 Die Studie hebt auch die Dimensionen des globalen Bootsmarktes hervor. Der Sektor erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 25.5 Milliarden Euro. Trotzdem stellt die Analyse fest, dass viele Unternehmen weiterhin Schwierigkeiten haben, eine klare Digitalstrategie zu entwickeln, um neue Zielgruppen zu gewinnen und langfristiges Wachstum zu sichern. Dies wird als entscheidender Moment für jene Marken bezeichnet, die in der Lage sind, passive Nutzer in engagierte Communitys zu verwandeln.
Chloe Buchanan, Leiterin PR und Social Media bei der Marketingagentur MTMSie verfügt über 18 Jahre Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Marken wie Sunseeker, Fairline, Archipelago, Highfield Boats und Omaya. Sie stimmt zu, dass es ein echtes Problem mit der Social-Media-Präsenz von maritimen Marken gibt.
„Die Schifffahrtsbranche nutzt soziale Medien immer noch viel zu oft als reinen Werbekanal statt als Instrument zum Aufbau einer Community“, sagt sie. „Einer der größten Fehler von Marken ist, sich allein auf perfekt inszenierte Produktbilder zu verlassen, ohne darüber nachzudenken, wie authentische Inhalte Verbindungen schaffen, Gespräche anregen und langfristige Markenbindung aufbauen können. Boote sind reine Luxusgüter; niemand braucht eins, man will eins haben. Der Erfolg hängt also davon ab, die Sehnsucht nach dem dazugehörigen Lifestyle zu wecken, nicht nur nach dem Produkt selbst.“
„Gerade für Marken aus der Schifffahrtsbranche sollte organische Social-Media-Präsenz eine viel wichtigere Rolle spielen. Sie sollte Menschen durch Geschichten, Erlebnisse, Empfehlungen von Besitzern, Einblicke hinter die Kulissen und Inhalte, die die Wünsche und die Identität der Zielgruppe widerspiegeln, in die Markenwelt einbinden. Die Marken, die in Zukunft erfolgreich sein werden, sind diejenigen, die Social Media nutzen, um eine authentische Community aufzubauen – eine Community, der Menschen angehören möchten, egal ob sie bereits ein Boot besitzen oder noch davon träumen.“
„In einer Branche, die von Ambitionen getrieben wird, sind Relevanz und Zugehörigkeit genauso wichtig wie das Produkt selbst.“
Kostenloses Webinar zu den Ergebnissen des Berichts am 26. März 2026
Interconnection Consulting veranstaltet am 26. März 2026 ein kostenloses Webinar. um einen umfassenden Überblick über den Bericht zu geben.
Da es sich bei der Studie um eine kostenpflichtige Publikation handelt, ist der vollständige Bericht nicht kostenlos online verfügbar.